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Sportarzt Dr. Georg Huber nimmt Einspruch gegen Strafbefehl zurück

Datum: 18.11.2013

Kurzbeschreibung: Rechtskräftig festgestellt dass falsche eidesstattliche Versicherung abgegeben wurde

Der Freiburger Sportarzt Dr. Georg Huber hat am 14.11.2013 seinen Einspruch gegen den Strafbefehl des Amtsgerichts Freiburg vom 15.01.2013 über 60 Tagessätze zurückgenommen.

Damit ist rechtskräftig festgestellt, dass Dr. Huber eine falsche eidesstattliche Versicherung abgeben hat.

Im Rahmen eines beim Landgericht Freiburg von ihm gestellten Antrags auf Erlass einer einstweiligen Anordnung gegen Prof. Dr. Werner Franke hatte Dr. Huber eine eidesstattliche Versicherung vom 07.11.2007 vorgelegt, die auszugsweise lautete:

 „2. Ich habe nie Testosteron, d.h. Andriol-Kapseln, zu Dopingzwecken, d.h. zur Leistungssteigerung, gegeben, sondern nur zum Ausgleich des Dysbalance bei einzelnen U23-Straßenradfahren (19 - 23 Jahre)“. 

 Prof. Dr. Franke hatte behauptet,  Dr. Huber sei von der Universität Freiburg „rausgeschmissen“ worden, weil herausgekommen sei, dass er Nachwuchsfahrer selber mitgedopt habe. Ziel des zivilrechtlichen Verfahrens vor dem Landgericht Freiburg war, Prof. Dr. Franke zu untersagen, diese Behauptung weiterhin aufrecht zu erhalten.

 Tatsächlich hatte Dr. Huber aber im Zeitraum vom 29.10.1987 bis zum 08.08.1988 dem Radfahrer Robert Lechner u.a. die Mittel „Stromba“ und „Andriol“ verabreicht und übergeben, damit sich dessen Muskelmasse vergrößere. Darüber hinaus hatte er die Dosierung und die Zeiträume für die Einnahme und das rechtzeitige Absetzen der verabreichten bzw. übergebenen Mittel mit dem Trainings- und Wettkampfplan von Robert Lechner abgestimmt, um ein positives Dopingergebnis zu vermeiden.  Lechner gewann bei den Olympischen Sommerspielen in Seoul 1988 die Bronzemedaille im Bahnzeitfahren.

Vor diesem Hintergrund war die von Dr. Huber vorgelegte eidesstattliche Versicherung falsch.

  • § 156 StGB - Falsche Versicherung an Eides StattWer vor einer zur Abnahme einer Versicherung an Eides Statt zuständigen Behörde eine solche Versicherung falsch abgibt oder unter Berufung auf eine solche Versicherung falsch aussagt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

Petersen - Richter am Amtsgericht

Pressesprecher

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