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Geschichtliches

Das heutige Landgericht Offenburg ist 1889 mit Einführung der Reichsjustizgesetze aus dem im Jahre 1864 in Offenburg errichteten Kreis- und Hofgericht hervor gegangen. Sein Zuständigkeitsbereich erstreckt sich auf den überwiegenden Teil des jetzigen Ortenaukreises. Das Einzugsgebiet umfasst 39 Gemeinden mit etwa 340.000 Einwohnern. Der Gerichtssitz war bis 1956 im Alten Ritterschaftsgebäude in der jetzigen Rittergasse. Im Jahre 1956 kam es zum Bau des jetzigen Justizgebäudes in der Hindenburgstraße 5 in der Oststadt, in dem auch das Amtsgericht Offenburg untergebracht ist.

Bemerkenswert ist das Wandbild im Treppenbereich des Saaltrakts von Professor Hap Grieshaber von der Akademie der bildenden Künste in Karlsruhe aus dem Jahre 1956, das Szenen aus dem Sachsenspiegel zum Vorbild hat. Der Sachsenspiegel ist das älteste deutsche Rechtsbuch, das um 1230 entstanden sein dürfte und den Ritter Eike von Repgow zum Verfasser hat. Aus seiner Sammlung des niederdeutschen Rechts sind folgende Motive und Sätze entnommen und auf der Wand von oben nach unten angeordnet:

  • "Da Gott die Menschen  geschaffen und erlöst hat (aus der Höllenqual) ist die Ungleichheit unverständlich."
  • "Manche sagen, die Knechtschaft beginne bei Kain, der seinen Bruder erschlug." Man sieht Kain mit einem Rechen zuschlagen. Ein Schafskopf schaut herab. Andere Leute weisen auf Noah hin, der zwei seiner Söhne segnete, den dritten verfluchte. Das Bild zeigt Noah in der Arche.
  • "In Wahrheit kommt die Unfreiheit von Zwang, Gefängnis und unrechter Gewalt, die man hinterher für Recht erklärt." Im Bilde ist ein Gefangener an eine Säule gekettet.
  • Unter der Treppe ist das Weltgericht dargestellt.

Das nachstehende Foto zeigt das Wandbild:

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