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Jahresbilanz 2006 des Amtsgerichts Freiburg

Datum: 27.02.2007

Kurzbeschreibung: Jahresbilanz 2006

Das Amtsgericht Freiburg hat ein ereignisreiches Jahr 2006 erfolgreich abgeschlossen. Wichtigstes Vorhaben war die Eröffnung einer Zweigstelle des Amtsgerichts in der Bismarckallee 2. Hier konnte über fünf Stockwerke des Zürich-Hochhauses der dringende Raumbedarf erfüllt werden. In der Zweigstelle hat insbesondere das neue, für ganz Südbaden zuständige Registergericht seinen Sitz; außerdem sind hier das Insolvenzgericht und die Zwangsversteigerungsabteilung des Amtsgerichts untergebracht. Das Registergericht ist im übrigen die erste Abteilung des Amtsgerichts, die die Verfahren vollständig elektronisch bearbeitet. Akten aus Papier gehören hier der verstaubten Vergangenheit an.

Insgesamt waren am Amtsgericht Freiburg im Jahr 2006 208 Personen, davon 130 weibliche, beschäftigt. Ferner befanden sich 53 Personen, davon 42 weibliche, in Ausbildung am Amtsgericht.

Die Geschäftsstatistik des Amtsgerichts Freiburg weist ein sehr differenziertes Bild auf:

Bei den Zivilsachen gingen im Jahr 2006 mit 4.568 Klagen geringfügig weniger ein als im Vorjahr mit 4.700. Beim Familiengericht wurden 2.705 Verfahren anhängig (Vorjahr: 2.604), womit sich die seit Jahren anhaltende Tendenz steigender Verfahrenszahlen fortsetzt. Beim Vormundschaftsgericht bereitet die nach wie vor stark steigende Zahl an Betreuungsverfahren erhebliche Arbeit: Die Zahl der Betreuungsverfahren stieg von 3.231 im Jahr 2005 um 15 % auf 3.708 im Jahr 2006.

Bei den Strafsachen gegen Erwachsene gingen in allen Verfahrensarten die Zahlen leicht zurück: Bei den schwersten, zum Schöffengericht angeklagten Delikten von 181 Verfahren im Vorjahr auf 161 im Jahr 2006, bei den Anklagen zum Strafrichter von 886 im Jahr 2005 auf 856 im Jahr 2006 und bei den Strafbefehlen von 3.757 im Jahr 2005 auf 3.519 im Jahr 2006. Die Bußgeldabteilungen hatten im Jahr 2006 2.077 Verfahrenseingänge nach Einsprüchen gegen Bußgeldbescheide und damit 716 weniger als im Jahr 2005.

Auch die Strafverfahren vor dem Jugendrichter waren leicht rückläufig, nämlich von 946 Anklagen im Jahr 2005 auf 891 im Jahr 2006. Hingegen hatte das Jugendschöffengericht, bei dem die schwerwiegenderen Delikte angeklagt werden, einen geringen Anstieg der Verfahrenseingänge von 259 im Vorjahr auf 277 im Jahr 2006 zu bewältigen.

Die Zwangsversteigerungsverfahren gingen im Jahr 2006 um 20 % zurück und zwar auf jetzt nur noch 205 Verfahren (Vorjahr: 256).  Die Eingangszahlen bei den Insolvenzverfahren hatten je nach Schuldner einen verschiedenen Verlauf: Die Insolvenzverfahren von Unternehmen gingen von 584 Verfahren im Vorjahr auf 537 im Jahr 2006 zurück. Die Insolvenzverfahren von Verbrauchern hatten einen deutlichen Anstieg von 35 % zu verzeichnen, nämlich von 509 Verfahren im Vorjahr auf 685 Verfahren im Jahr 2006.

Nach Auffassung von Präsident Dr. Kummle liegen die Schwankungen bei den Verfahrenseingängen im üblichen Rahmen. „An Arbeit mangelt es ohnehin nie, da die Justiz selbst ohne Neueingänge mit den anhängigen Verfahren über Monate mit Arbeit eingedeckt ist.“

Im Jahr 2007 können die badischen Amtsgerichte auf eine 150 jährige Geschichte zurückblicken. Durch Verordnung des Großherzogs von Baden vom 18. Juli 1857 wurden mit Wirkung vom 01. September 1857 unabhängige Amtsgerichte eingeführt. Das Amtsgericht Freiburg feiert dieses Jubiläum mit verschiedenen Veranstaltungen. Unter anderem findet am Freitag, 20.07.2007 ein öffentliches Fest im Innenhof und in den Räumen des Amtsgerichts statt. Näheres kann der Tagespresse und der Homepage des Amtsgerichts (www.amtsgericht-freiburg.de) entnommen werden.

Veit
Vizepräsident

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